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Kunst ist hier nicht, die ist nebenan.
Ordnung
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The Mermaid and the Rock
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MARS PATENT mit Claudia Reiche
Netze. Ein Leitfaden zum Bestimmen

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Netze. Ein Leitfaden zum Bestimmen

Wer glaubt, gewisse Begriffe seien schlechtweg die richtigen, wer andere htte, she eben etwas nicht ein, was wir einsehen, der mge sich gewisse sehr allgemeine Naturtatsachen anders vorstellen, als wir sie gewohnt sind, und andere Begriffsbildungen als die gewohnten werden ihm verstndlich werden. Ludwig Wittgenstein

Eine Neuordnung der Welt?

Das digitale Medium hat seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts unsere Welt radikal verndert. Insbesondere das Internet hat einen neuen Raum erffnet und das 'Netz' als Struktur, als Mastab und Muster aller Vorgnge und Ordnungen eingefhrt.

In der Informatik, Soziologie, Arachnologie, Botanik, Medizin, Textilindustrie, Politik, Epidemiologie, Mathematik oder Webometrie sind jeweils spezifische Systematiken zur Unterscheidung und Klassifizierung von Netzen entwickelt worden. Diese Klassifizierungssysteme sind aber nicht auf alle Netze anwendbar, weil sie intuitiv, unsystematisch und/oder fachspezifisch sind. Das hier vorgestellte System fhrt genetische, physikalische, logische und knstliche Kriterien fr eine umfassende Ordnung der Netze ein.

Da Netze nicht nur in allen wissenschaftlichen und technischen Sparten vorkommen, sondern auch in allen biologischen, geologischen und astronomischen Zusammenhngen, kann eine Systematik fr Netze auch als die neue Ordnung der Dinge gelesen werden.

Die Welt und die Dinge in ihr zu ordnen und ihre Beziehungen zu erforschen, hat eine lange Tradition. Zu Zeiten des chinesischen Kaiserreichs, 1.000 n. Chr., listet die Dame Sei Shonagan die Dinge und Ereignisse auf, "die das Herz zum Denken bringen". In anderen chinesischen Ezyklopdien werden Drachen und Spatzen in eine Kategorie geordnet, und der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges zitiert eine fiktive chinesische Enzyklopdie; gem dieser sind Tiere wie folgt zu klassifizieren: "a) Tiere, die dem Kaiser gehren, b) einbalsamierte Tiere, c) gezhmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehrige, i) die sich wie Tolle gebrden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen".

Linns erstmals 1735 erschienene Abhandlung Systema Naturae ist die Grundlage der modernen biologischen Systematik. Basis der linnschen Klassifikation waren die Geschlechtsorgane (Staub- und Fruchtbltter) der Pflanzen, nach deren Verteilung, Zahl und Verwachsung er die zum Teil bis heute blichen Diagnosen der systematischen Stellung in der Botanik entwickelte. Er bemhte sich, neben diesem 'knstlichen' System auch ein 'natrliches System' (Einteilung nach hnlichkeiten) zu erstellen. Gegenwrtig wird diskutiert, ob und in welchem Ausma sein knstliches System dort, wo andere Zusammenhnge deutlich werden, durch ein sogenanntes 'natrliches' System ersetzt werden soll, das auf phylogenetischen und molekularbiologischen Ableitungen beruht.

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. Der erste Abschnitt ist eine Einfhrung in die Kriterien, nach denen die Netze unterschieden und geordnet werden, und gibt eine Einfhrung in den Gebrauch der Bestimmungsschlssel. Im zweiten Abschnitt finden sich die Bestimmungsschlssel, mit denen schnell und sicher jede Netzart bestimmt werden kann. Die Bestimmungsschlssel sind angelehnt an die Flora von Schmeil-Fitschen, die seit 1903 heute in der 95. Auflage von Biologen zur Pflanzenbestimmung in Deutschland benutzt wird. Und der dritte Teil listet alle Netze nach topologischen Gruppen geordnet auf, gibt zustzliche Informationen und kann in Verbindung mit der alphabetischen Liste der Netznamen (S. 256 ff.) als Netzlexikon fungieren.

Die Systematik ordnet die Menge der Netze nach Topologien, Funktionsgruppen und Netzarten. Eine Art wird durch die Summe ihrer Eigenschaften beschrieben. Soweit mglich, ist jeweils ein Exemplar fr jede Netzart in dieses Buch aufgenommen worden. Ausnahmen sind aus exemplarischen Grnden mglich. Diese Netzarten knnen dann leicht mit Hilfe der entsprechenden Fachliteratur nach Gre, Kontext, Farbe, geografischer Lage etc. im einzelnen weiter bestimmt werden.